Kreislaufwirtschaft beim Wort genommen

Man liest immer wieder von den tausenderlei unterschiedlichen erdölbasierten Kunststoffen, die überall auf der Welt in Umlauf sind, nicht nur in Ozeanen. Das Sortieren und Recyceln dieser mit unzähligen Chemikalien versetzten Plastiksorten fällt folgerichtig schwer. Doch die Ozeanvermüllung mit Plastik ist mittlerweile ein global erkanntes Problem. Einig sein dürfte man sich bald auch über die umfassende Verantwortung derer, die kritische Materialien gewerblich in Verkehr bringen.

Ganz auf Plastik zu verzichten, ist bisher keine Option: Unvorstellbar für Lebensmittelhygiene, Medizintechnik oder im Fahrzeugbau. Tatsächlich könnte man ein Ausscheiden aus der erdölbasierten Plastikwelt als „Raketenwissenschaft“ bezeichnen, wäre das nicht ein Widerspruch in sich: Ohne Kunststoffe auch keine Raumfahrt.

Doch warum einigt man sich nicht auf globaler Ebene auf, sagen wir, 20 erlaubte Kunststoffmischungen, die schon ab Produktion mit einem bei der Müllsortierung einfach scanbaren Code versehen sind? Die Hälfte der Stoffe sollte lebensmitteltauglich sein, besser alle. Die Hersteller und Inverkehrbringer müssten das Sortieren und Recycling in ihre Produkte komplett einpreisen – viel zu oft geschieht ja weltweit der Umweltverbrauch ganz kostenlos für den Verursacher! Also zulasten der Allgemeinheit oder der Natur. Dann wäre das abgenutzte Wort vom „Recycling“ (nichts anderes bedeutet ja „Kreislauf“) nicht mehr eine leere Hülse, und die Fauna der Ozeane hätte eine Chance.

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